Das richtige Outfit zum Bewerbungsgespräch

03 Jan Das richtige Outfit zum Bewerbungsgespräch

Krawatte, Blazer, Schuhe, Make-Up und Tasche- alles spielt eine Rolle, wenn es um das richtige Outfit fürs Bewerbungsgespräch geht. Sie haben eine Wirkung- denn Kleidung setzt ein visuelles Statement. Hier lernen Sie, wie Sie sich fürs Vorstellungsgespräch richtig kleiden und eine positive Ausstrahlung vermittlen.

 

Mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch haben Sie die erste Hürde zum Traumjob schon genommen. Nun kommt die intensive Vorbereitungsphase, um beim neuen Arbeitgeber zu punkten. Der erste Eindruck zählt, deshalb ist nicht nur Ihre inhaltliche Vorbereitung wichtig, sondern auch die Auswahl des passenden Outfits.
Da Kleidung einen großen Einfluss darauf, wie man sich selbst fühlt, finde ich es extrem wichtig, nicht allzu sehr verkleidet zu sein. Ein souveränes und selbstbewusstes Wohlgefühl strahlt man somit eher aus.

Durch Kleidung können Sie kompetenter, durchsetzungsfähiger oder seriöser wirken, denn die richtigen Farben und Schnitte beeinflussen Ihre Wirkung auf den Gesprächspartner sehr. Insofern sollten Sie sich fragen, wie Sie wahrgenommen werden möchten. Überlegen Sie sich 5 Stichworte und was Sie von sich selbst erwarten würden.

 

Die optimale Kleidung sollte sowohl zum Typ, als auch zur beruflichen Position passen.

Leider gibt es keinen Dresscode, der in jeder Branche gilt, denn wenn Sie sich für eine Managementposition mit Führungsverantwortung in einem großen Versicherungskonzern bewerben, wird etwas Anderes von Ihnen erwartet, als für eine Assistenzstelle im Marketing einer jungen Agentur.

 

Gibt es DEN Dresscode für ein Vorstellungsgespräch?

Die Dresscodes gehen heute weit auseinander- bei Banken, Versicherungen und Rechtsanwälten geht es noch sehr klassisch zu, in vielen anderen Branchen lockert sich der Look immer mehr.
Insofern ist es wichtig, herauszufinden, was in dem Unternehmen getragen wird, wo Sie sich bewerben. Das lässt sich zum einen über die Homepage herausfinden- dort sind oft Bilder von Mitarbeitern zu sehen und die Bildsprache sollte eine Idee davon wiederspiegeln, für was die Firma steht.

Zum anderen lässt es sich natürlich auch ganz einfach herausfinden, wenn Sie sich zum Feierabend ansehen, was die Leute tragen, die die Firma verlassen.
Unabhängig davon möchten Sie sicherlich einen guten Eindruck im Gespräch machen, daher finde ich grundsätzlich wichtig:

 

Lieber ein bisschen besser angezogen als zu schlecht!

Sie sollten sich stets für die Position kleiden, die Sie haben wollen und nicht die, die sie schon haben. Denn als Bewerber/in wird man aufgrund der Optik binnen Sekunden eingeschätzt. Da können Kleinigkeiten viel ausmachen. Der Gesprächspartner im Bewerbungsgespräch entscheidet unterbewusst recht schnell, ob er Sympathie empfindet, Kompetenz spürt und Vertrauen bekommt.

 

Wie Sie authentisch wirken im Vorstellungsgespräch:

Wenn Sie Persönlichkeit vermitteln wollen, tragen Sie zum Beispiel an einem grauen verregnetem Tag ruhig einen gelben Regenmantel- wenn Sie das sonst auch tun! Darunter aber einen klassischen Look aus Businesshose und Bluse/Hemd und Sakko. Man wird Sie deswegen nicht albern finden, sondern eher lebensbejahend und pragmatisch.

 

Das Outfit für Frauen im Vorstellungsgespräch

Je nach Branche variiert sehr stark, was geht und was nicht. Aber generell funktioniert gehobene Freizeitkleidung wie eine edle dunkle Jeans ohne viel Waschung oder eine Stoffhose mit einem wertigen Blazer und schlichter Bluse. Die Hose kann schmal sein, eine modische Highwaist oder auch eine Marlene-Hosen.

Statt einer Bluse könnten Sie auch ein Blusenshirt ohne Kragen tragen. Über solche sogenannten „Schlusen“ (Mischung aus T-Shirt und Bluse) lesen Sie hier mehr.
Hosenanzüge können Sie natürlich auch tragen, wenn Sie sich darin wohl fühlen. Es gibt viele interessante, auch moderne Modelle und Schnitte. Neben dem klassischen Marineblau sind auch Farben wie Camel, Grüntöne oder Weinrot geeignet. Sie kombinieren sie mit einem edlen T-Shirt und dezentem Schmuck.

 

Welche Bluse kann ich im Bewerbungsgespräch tragen?

Vorallem wenn Sie ohne Blazer gehen möchten, gibt es viele Blusenvarianten: mit oder ohne Kragen, mit V- oder Rundhalsausschnitt, tailliert und knapp, weit und lang, mit oder ohne Knopfleiste. Hier ist sehr viel möglich.

Unterstreichen Sie ihren Figurtyp und tragen Sie die zu Ihnen passenden Teile. Nicht knalleng und nicht allzu oversized, denn weite Oberteile passen oft nicht in die schmalen Blazerärmel und dann sieht der Blazer zu eng aus.
Transparenz sollten Sie gekonnt mit einem passendem Top darunter kombinieren. Weitere Blusen sollten lieber im vorderen Hosenbund „angesteckt“ werden, wenn Sie sie über der Hose tragen werden. Das sieht korrekter aus und macht oft eine bessere Silhouette.

 

Welches Kleid passt zum Vorstellungsgespräch?

Ein dunkelblaues Kleid kann sehr gut funktionieren. Ich würde mindestens oberschenkellang oder bei klassischen Etuikleidern auch knielang empfehlen. Wenn Sie sitzen, rutscht das ganze noch einmal 10cm nach oben und inzwischen sitzt man bei Bewerbungsgesprächen nicht mehr nur am Tisch, sondern auch in tieferen Sesseln wie in einer Lounge.

Vom Minirock würde ich Abstand nehmen, er sendet falsche Signale, auch Plateaupumps und „latschige“ Sandalen dazu finde ich unpassend. Der Schuh zum Kleid oder Rock spielt hier noch eine größere Rolle als zur Hose, ist er viel mehr im Fokus.

 

Welche Schuhe im Bewerbungsgespräch?

In Ballerinas haben die meisten Frauen einen recht watschelnden Gang. Diese eher zarten Schuhe stehen eigentlich nur Frauen mit schmalen Fesseln und Füßen. Im Winter funktionieren Stiefel oder Stiefeletten mit farbig passender Strumpfhose gut. Pumps gehen immer. Sneaker wirken eher lässig, können aber grundsätzlich gekonnt kombiniert werden, wenn sie sehr reduziert, einfarbig weiß, aus Leder und vor allem, sauber sind. Wie Sie Sneaker im Businessoutfit kombinieren, sehen Sie hier.

 

Wie kann Frau ihr Outfit zum Vorstellungsgespräch individueller gestalten?

Nicht spießig, aber korrekt aussehen- das wollen verständlicherweise viele Bewerber. Und das ist nicht schwer. Als Frau haben Sie viele Möglichkeiten, denn sie können zum einen Farbe und verschiedene Schnitte wie auch Accessoires tragen. Sie sollten sich für das Bewerbungsgespräch nicht verkleiden, sondern grundsätzlich ihrem eigenen Stil folgen.
Ist dieser elegant, wirkt z.B. ein Ton- in Ton Outfit toll. Eine weite blaue Marlenehose mit schmaler mittelblauer Seidenbluse und hohen Schuhen kann sehr schick aussehen.

Ist Ihr Stil eher sportlich, könnte ein lässiger blauer Hosenanzug mit Ringel T-shirt und weißen Sneakern getragen werden. Alle Kombinationen mit schlichten dunklen Jeans und einem gut sitzendem Blazer funktionieren auch in vielen Branchen. Ist Ihnen die Kombination mit Jeans zu unsicher, nehmen Sie eine Stoffhose plus einen hellen oder dezent gemusterten Blazer.

Oder ist der Stil eher weiblich romantisch? Dann sollten Sie sich auch in dieser Richtung mit weichen Formen treu bleiben. Kleider und Rockkombinationen sind toll. Auf Pinterest habe ich diverse Pinnwände zu diesen Themen und dort finden sich viele Ideen für einen passenden Look.

 

Kann ich Farbe und Muster im Bewerbungsgespräch tragen?

Abraten würde ich Ihnen von allzu reinen knalligen Farben, vor allem Rot. Denn diese Farbe wirkt auf viele Menschen aggressiv, wenn auch nur unbewusst. Tragen Sie Rot stattdessen später in den Gehaltsverhandlungen, da funktioniert es besser und verleiht ihnen Power!

Gelb, Orange, Pink und Grasgrün sind sehr „laute Farben“, vorallem wenn sie nicht abgedämpft sind. Das würde ich vermeiden. Ein pinkes Blusenshirt unter einem blauen Blazer kann sehr gut aussehen. Nur ein pinker Blazer wäre zuviel. Ansonsten funktionieren Farben, wenn sie etwas „weicher“ und zarter sind. Über die Wirkung von Farben und wie sie strategisch einsetzen, lesen Sie hier mehr.

Gemusterte Oberteile funktionieren gut, sollten aber dezent sein: Streifen, kleinere Punkte und Variationen ohne starke bunte Kontraste wirken lebendig und trotzdem nicht „zu laut“. Verspielte und sehr körperbetonte Kleidung sowie Rüschen und Violants können sich für Frauen nachteilig auswirken, da automisch die Blicke weg vom Kopf zu Ihrem Körper gehen. Ich würde versuchen, den Fokus auf Ihren Oberkörper und das Gesicht zu setzen. Sie haben ja schließlich etwas zu sagen!

 

Make-Up und Haare im Bewerbungsgespräch:

Bei Frauen spielt das Make-up eine große Rolle, es sollte unbedingt natürlich aussehen und nicht zu stark sein! Concealer gegen Augenränder, etwas Lidschatten, Wimpertusche, Rouge für Frische und ein dezenter Lippenstift sind gut- das wirkt gepflegt. Und das reicht auch- es muss nicht das ganze Gesicht angemalt sein wie aus dem Schminkpalast. Diese Beautysünde sollten Sie vermeiden. Wie ein gutes, aber natürliches Make-Up gelingt, lesen Sie hier. Die 5 Geheimnisse eines Schminkprofis für ein natürliches Make-Up.

Ein kräftiger Rotton auf den Lippen kann funktionieren, wenn er wie ein Accessoire eingesetzt ist und das Outfit sonst ruhig ist. Das passt aber nur, wenn Sie auch sonst selbstverständlich rote Lippen tragen, sonst werden Sie sich „angemalt“ fühlen. Und der Arbeitgeber könnte es auch als allzu sinnlich und machtgierig empfinden.

Die Haare können Sie offen oder geschlossen tragen, sie sollten aber das Gesicht freihalten. Auch Ihr persönlicher Duft ist nicht zu unterschätzen. Vielleicht kennen Sie den Moment, wenn sich jemand im Kino neben Sie setzt mit einem aufdringlichen oder zu süßem Parfüm- Sie gehen automatisch in eine ablehnende Haltung.

 

Mit diesen Outfits punkten Männer im Bewerbungsgespräch:

Das Outfit verkauft- das Auge kauft. Bei Vorstellungsgesprächen für Führungspositionen, bei traditionsreichen Unternehmen und im Finanzbereich sind für Männer Anzug, Hemd, Lederschuhe und oft auch die Krawatte noch Pflicht. Das bezieht sich vor allem auf Jobpositionen, bei denen das Unternehmen gegenüber Kunden oder Geschäftspartnern repräsentiert wird.
Ansonsten ist klar: Personaler ziehen aus dem Bewerbungsoutfit ihre Rückschlüsse, wie Sie im späteren Job auftreten werden. Hier wird also schon im ersten Gespräch schnell klar, ob Sie als Bewerber wissen, wie Sie sich angemessen zu kleiden haben.

 

Krawatte im Vorstellungsgespräch: ja oder nein?

Ob Sie grundsätzlich eine Krawatte tragen müssen, hängt stark von der Branche und Position ab, für die Sie sich bewerben. Auch hier würde ich empfehlen, sich nicht zu verkleiden. In vielen Branchen lockert sich diese Tragepflicht sehr, Business Casual ist immer mehr angemessen. Ein Anruf in der Zentrale mit der Frage, was im Haus üblich ist, kann auch Auskunft darüber geben. Alternativ zur Krawatte kann ein Einstecktuch den persönlichen Look abrunden.

 

Wie kann ein Mann Individualität ins Bewerbungs-Outfit bringen ?

Natürlich ist Persönlichkeit und Individualität im Outfit extrem wichtig. Das empfehle ich Ihnen auch zu zeigen! Bei Männer gibt es mehr Möglichkeiten, als man im ersten Moment denkt. Sie können mit ungewöhnlicheren Farbkombinationen und Accessoires punkten. Es muss nicht immer alles Grau Blau Weiss und Schwarz sein. Als erstes würde ich Ihnen braune Schuhe statt schwarzen Modellen empfehlen.

In Branchen mit lässigem Dresscode gibt es für Männer die Möglichkeit, den legeren Businesslook zu tragen: Dunkelblaues Freizeitsakko, helles Hemd, Chino (Baumwollhose mit schrägen Eingrifftaschen) in Grau, Weinrot, Schlammbraun oder Blau plus braune Anzugschuhe und passendem Gürtel.

Achtung: Ein Freizeitsakko ist kein Sakko vom Anzug!
Solche Sakkos haben oft aufgesetzte Taschen, sind aus sportlicheren Baumwoll-Qualitäten oder im Winter aus gröberen melierten Wolloptiken hergestellt. Außerdem sind sie sportlicher und körpernaher geschnitten. Hier lesen Sie, wie Sie 5 erfolgreiche Looks aus einem blauen Sakko generieren.

Persönlichkeit können Sie auch über ein dezent kariertes Sakko zeigen, über einen Pulli unter dem Sakko, einen Trenchcoat, über eine interessante Uhr, eine elegante Laptoptasche oder individuelle Schuhe wie zum Beispiel ein cognacfarbiger Chelseaboot. In der Medienbranche wäre sicherlich auch ein modischer Anzug mit weißem T-Shirt und Sneakern cool.

 

Welche Herrenschuhe passen im Bewerbungsoutfit?

Beim Thema Schuhe können Sie es sich leicht machen. Tragen Sie zu Anzügen, blauen und grauen Chinos einfach gute braune Schnürschuhe, die gehen immer. Natürlich kombinieren Sie einen farbig passenden Gürtel dazu. Wie Sie mit braunen Schuhen punkten, lesen sie hier.

In den USA tragen inzwischen viele Manager zu schmal geschnittenen sogenannten Slimfit-Anzügen weiße Hemden und Sneaker. Dieser Look funktioniert aber nur, wenn Sie der sportliche schlanke Typ sind und sehr körpernahe Anzüge zu Ihrem Körperbau passen. Nichts ist peinlicher, wie wenn beim Hinsetzen die Hemdknöpfe über dem Bauch spannen und auseinanderziehen.

 

Stilfalle Tasche bei Frau und Mann:

Die Handtasche oder Aktentasche spielt ebenfalls eine nicht zu verachtende Rolle. Passt sie zu Ihrem Outfit? Sie ist das Accessoire, das genauso wichtig wie die Schuhe ist. Daran erkennt man Ihr Niveau, Wertebewusstsein und Stil. Fast immer legt man im Gespräch die Tasche ab oder holt etwas heraus. Ihr Gegenüber wird die Tasche also als Teil des ganzen Outfits sehen. Ist sie beutelig oder sachlich? Ist sie aus Leder oder Plastik? Ein Globetrotter Rucksack oder blumenberanktes Mädchenmodell? Ist sie von einem Luxuslabel und kostet mehrere tausend Euro? Oder ist es eine schlechte Kopie davon, weil jeder weiß, dass Sie sich so etwas nicht leisten können? All dies hat eine Wirkung bei Ihrem Gesprächspartner.

 

Lesen Sie hier in meinem Aktentaschen Guide für Männer weiter.

 

Diese Outfitsünden sollten Sie im Bewerbungsgespräch vermeiden:

Passform ist das A- und O. Es nützt Ihnen nichts, einen Anzug oder Blazer anzuziehen, wenn er zu klein, groß oder 5 Jahre alt ist. Letzteres ist meist die Zeit, in der sich Design und Schnittführung in der Mode so stark geändert haben, dass man den Modellen ihr Alter ansieht.

Umgekrempelte oder zu lange Ärmel gehen nicht. Auch Hemden mit abgestoßenen Kragenkanten, ausgelatschte Schuhe und verbeulte Gürtel sind verboten. Und die immer noch häufig getragenen LKW-Planentaschen oder Freizeitrucksäcke sind im Business meist nicht vorteilhaft.

 

Weitere Fallen, in die Sie nicht tappen sollten:

1. Tattoos- sie polarisieren stark- 50% der Menschen mögen keine Tattos- vielleicht ist Ihr Gesprächspartner dabei.

2. Keine Jeans mit Löchern, auch wenn es Mode ist!

3. Comic-Socken und lustige Motive auf Krawatten.

4. Bei Frauen zu tiefe Ausschnitte, zu viel Schmuck und Glitzernägel -ein No-Go.

5. Ungepflegte Hände und Füße- vorallem im Sommer bei offenen Schuhen.

 

Mein Geheimtipp:

Das Geheimnis eines erfolgreichen Auftritts besteht darin, das Outfit vorher einmal komplett anzuziehen, sich zurecht zu machen mit Schuhen und Tasche, um dann vor dem Spiegel zu prüfen, ob sich alles gut anfühlt. Scheint aufwendig zu sein, lohnt sich aber, weil man meist merkt, wo noch etwas hakt. Dann sind Sie in jedem Fall richtig gut vorbereitet.

Und nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg im Bewerbungsgespräch!

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Foto: Shutterstock.

 



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