Die Krawatte- ein Auslaufmodell?

24 Mrz Die Krawatte- ein Auslaufmodell?

Heute morgen saß ich wieder einmal im Frühstücksraum eines Hotels und was glauben Sie, wie viele von den vierzig Businessmännern da eine Krawatte trugen?  EINER! Eine einzige Krawatte! Immer mehr Männer treten in der Öffentlichkeit ohne Binder auf. Ist das eine Laune der Mode oder steckt da noch mehr dahinter?

 

Seit dem Industriezeitalter, um 1860, gibt es die bis heute gleich gebliebene Krawattenform. Die Mächtigen aus Industrie, Politik und Wirtschaft schmückten sich alle mit diesem repräsentativen Sinnbild. Die Krawatte galt als das Symbol der Businesswelt und weißen Hemden-Träger.

Aber seit einigen Jahren befreien sich immer mehr Unternehmen davon und lösen damit den alt bewährten Dresscode auf. Wer die Welt aus den Angeln heben will, muss eben anpacken, braucht Mut und Kraft – aber keine Krawatte. Diese Erkenntnis schwappt mittlerweile in viele deutsche Traditionskonzerne. Beeinflusst durch die digitale Welt und Strömungen aus dem Silikon Valley ist oben ohne jetzt hip

Die New Economy braucht eben neue Looks.

 

Vorreiter wie Apple-Legende Steve Jobs in Jeans und schwarzem Rolli oder Facebook-Gründer Marc Zuckerberg im lässigen T-Shirt machen vor, wie man auch ohne erfolgreich auftreten kann.

Selbst die Manager großer Konzerne wie Siemens-Boss Joe Kaeser oder Daimler-Chef Dieter Zetsche passen sich an dem Zeitgeist an und lassen die Krawatte bei öffentlichen Auftritten immer öfter weg. Vielleicht haben Sie auch ein bißchen Hoffnung, dass sie mit dem Flair aus dem Silicon Valley Einfluss auf ihre Konzern nehmen können.

Mit oder ohne Krawatte?

Mit oder ohne?

Sogar der amerikanische Krawattenverband reagierte angemessen und löste sich schon 2008 auf, sechzig Jahre nach seiner Gründung. Bindungslosigkeit ist heute also keine ästhetische Rebellion mehr, sie markiert viel mehr den Mainstream. Wenn das Management und Führung flacher werden und eine klassische Bürohierarchie veraltet erscheint, braucht man auch ihre Symbole nicht länger. Und wer vom Home-Office aus arbeitet, ist sowieso weitgehend unsichtbar.

Zur Skype-Sitzung mit Krawatte?

 

Die neue Generation in Deutschland ist sich ihrer digitalen Kompetenz sehr bewusst und wünscht sich ein Arbeitsklima mit eigenständigem Arbeiten und flachen Hierarchien. So verordnen einige Unternehmer ihren Mitarbeitern den Start-Up-Spirit und es entsteht eine neue Lockerheit.

Selbst unter konservativen Bankern ist der traditionelle Schlips längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Hamburger Sparkasse hat für ihre Mitarbeiter im Sommer 2016 den neuen Dresscode „Haspa-Business-Casual“ festgelegt. Keine Krawatte mehr, sondern offene Hemden, Chinos und Jeans sind erlaubt. Also kein Modephänomen einer freikragigen Kreativbranche?

Der Anzug ist keine Pflicht mehr – aber das macht es nicht einfacher!

 

Während man früher wusste, dass im Business der Anzug aktuell ist, ist die Auswahl an geeigneten Kleidungstücken nun deutlich vielfältiger. Das macht die Entscheidung allerdings nicht einfacher. Heute können Männer zwischen verschiedenen Looks von Smart Casual bis Business Casual wählen und für Frauen stellen gibt es sogar noch viele Möglichkeiten mehr. Bei Ihnen sind es die Details, die Farben, Silhouetten und Accessoires, die ein Outfit passend, oder eben nicht wirken lassen.
Die Herausforderungen sind vielseitig, ein Grund, warum mancherorts in Besprechungen sehr unterschiedliche Outfits zu sehen sind. Vom klassischen Anzug über die Mützentypen bis zum lässigen Karohemd-Look. Nicht alles passt und nicht jeder wird in seiner Position innerhalb des Unternehmens erkannt. Manche stört das aber auch gar nicht, andere wiederum wollen sich positionieren und tragen deshalb einen ganz eigenen Stil, der sie authentisch und mit einem Wiedererkennungswert auftreten lässt. Ob mit oder ohne Schlips bleibt dabei jedem selbst überlassen.

Trendexperten, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen sagen, dass die Krawatte in spätestens zwanzig Jahren nicht mehr zu sehen sein dürfte.

 

Ich freue mich immer, wenn ich Kultfiguren wie Jan Delay, David Beckham oder auch Pete Doherty im schmalen Anzug mit Krawatte sehe. Stehen sie doch für Ihren ganz eigenen typischen Stil. Wahrscheinlich wird es wieder ein Revival geben: Wie schön war es damals, als man direkt wusste was man anziehen soll: Anzug, Hemd und Krawatte …

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Foto: EtonShirts



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