Karriere dank richtiger Kleidung- so geht Erfolg.

20 Aug Karriere dank richtiger Kleidung- so geht Erfolg.

Wenn Männer Karriere machen möchten, kommt es auch auf die richtige Kleidung an. Welche Looks passen zur Persönlichkeit, drücken die eigenen Werte aus – und verleihen gleichzeitig Stärke und Sicherheit?

Dieser Blogbeitrag ist im Interview mit dem Journalisten Jörg Oberwittler für seinen Blog Style-Statements entstanden.

Die New Yorker Stilikone Iris Apfel ist der Meinung:

„Stil kann man nicht lernen oder kaufen. Dein Stil muss aus dir herauskommen – wenn ihn dir jemand anderes erklärt, ist es nicht mehr dein Stil.“

 

Damit könnten Stilberater wie ich im Prinzip arbeitslos sein. Dennoch finde ich, ist das ist ein Glaubenssatz, der nicht stimmt. Es gibt tatsächlich Menschen, die bekommen durch ihre Familie und Erziehung ein großes Gespür für Formen, Textilien und Farben als Gen mit. Zum Beispiel wenn die Mama schon früh beim Einkaufen sagt: „Guck mal, das steht dir gut.“

Das sieht man auch an den Italienern, die grundsätzlich ein besseres Gespür für einen stylishen Look haben, denn in Italien ist Mode seit Jahrhunderten immer bedeutender gewesen als in Deutschland. Es ist Teil der Kultur und wird viel mehr gelebt.

Das Wichtigste, um seinen eigenen Stil zu finden, ist ein grundsätzliches Interesse an Ästhethik und Schönheit.

Und das haben viele Männer. Hinzu kommen sollte das Streben, das Beste aus sich machen zu wollen. Und drittens muss man sich auch selber lieben – und annehmen. Ach ja: Und regelmäßig in den Spiegel schauen.

Wie erlernt man Stil, wenn man ihn nicht in die Wiege gelegt bekommen hat?

Fangen Sie bei Ihrem Zuhause an: Wie sind sie eingerichtet? Reduziert, sachlich, bunt, mit viel Holz und natürlichen Materialien oder eher kühl und modern? Wie kaufen Sie ein? Schnell und günstige bei Ikea, in der Möbelmeile oder durchdacht und ausgwählt in Designerläden?

Das lässt sich auf ihren persönlichen Kleidungsstil übersetzen und zeigt, in welche Richtung es bei Ihnen geht. Und dann empfehle ich ganz klar: Schauen Sie sich andere Männer an. Was gefällt Ihnen, was nicht? Beobachten Sie Trends und schauen Sie sich gleichzeitig Klassiker der Mode an. Beobachten Sie, was Menschen im Fernsehen in ihren Rollen tragen.

 

 

Und wie wird ein Stil persönlich und individuell?

Sie können sich fragen, was Sie ausmacht und was Sie nach außen zeigen möchten. Welche Werte prägen Sie? Welche Kultur und welche Gewohnheiten haben Sie, und wie sieht Ihr Alltag aus? Wie möchten Sie wahrgenommen werden? Das bespreche ich immer als erstes mit meinen Kunden.

In immer mehr Unternehmen verschwinden Krawatte und Anzug. Wenn jeder in Jeans und Sneakers herumlaufen kann, dann braucht man doch erst recht keine Stilberatung mehr.

Die Herausfoderung steckt in der Kombi, der Passform, Silhouette und im Detail. Es gibt einfach viele Jeans, die nicht gut sitzen. Zu weit, zu groß, zu lang, zu eng. Oder die eine schlechte Waschung haben und somit für die Funktion, die die Person innehat, nicht geeignet sind.

Auch bei Turnschuhen gibt es eine riesige Bandbreite. Sneaker mit sportlichen Netzeinsätzen, Vans, Designermodelle, Chucks, nicht jeder passt überall. Und natürlich ist es ein Unterschied, ob ich ein Hemd trage, das mir mehr oder weniger auf den Leib geschneidert ist, oder ob ich eines von der Stange habe, das herum schlabbert und einen falschen Kragen hat.

Wo stößt die Haltung „Alles ist erlaubt“ an ihre Grenzen?

Das hängt von der Branche ab. In der Medien- und Modebranche ist sicherlich sehr viel erlaubt. Bei Banken, Versicherungen, Juristen und im Vertrieb ist hingegen immer noch ein gewisses Niveau an Kleidung gewünscht. Mit kurzen Hosen und Flip-Flops strahlen Sie aus: „Ist mir doch egal! Ich bin jetzt mal bequem.“ Wenn Sie aber Kontakte auf einer Veranstaltung knüpfen wollen oder das Unternehmen repräsentieren, dann ist der erste Eindruck entscheidend! Und nicht jeder empfindet eine so gekleidete Person auf seinem Niveau und cool. Ihr Outfit sollte zu Ihrem „Produkt“ passen!

Lieber zu schick als zu salopp?

Ich finde: Man kann eigentlich nie overdressed sein. Da wird einem nie jemand was Böses sagen. Aber man kann sehr schnell underdressed sein.

Männer haben nicht immer ein Gefühl für Passformen oder werden schlecht beraten. Ich sehe in der Geschäftswelt wenig richtig gut passende Anzüge mehr und stattdessen viele Modelle von der Stange, die sehr unvorteilhaft sitzen. Die ist schade, denn damit machen sie leider keinen so guten Eindruck, wie sie könnten.

Kleine dickere Männer mit zu engen oder langen Hemden sehen zum Beispiel nicht vorteilhaft aus, da staucht sich alles. Oder zarte Männer mit zu weiten Teilen, in denen sie verschwinden oder große Männer, die zu kurze Pullover tragen. Alles „Kleinigkeiten“, an denen man merkt, ob sich jemand Gedanken zu seiner Kleidung gemacht hat. Dabei ist es ganz einfach, das zu ändern und viel besser auszusehen.

Wie gehen Sie bei der Stilberatung vor? Wie lässt sich die Persönlichkeit in einen Look übertragen?

Nach einem Kennenlerntelefonat schicke ich einen ausführlichen Fragebogen- mit Fragen nach dem Alltag, wie der Kunde auftreten möchte, nach seinen Wünschen, Werten und Herausforderungen- im Job und Privat. Was gibt ihm Sicherheit und worin fühlt er sich wohl. Nach der Zusendung von Fotos mache ich mir genaue Gedanken, dann folgt der persönliche Termin, in dem ich alles veranschauliche und berate.

Da kommt einiges zusammen. Wie wird daraus ein Look?

Wenn jemand mir erzählt: „Ich bin Stratege, zielorientiert und klar.“ Dann ist das ein Mensch, der eine Kleidung braucht, die sehr korrekt, klar und in Ordnung ist. Wenn jemand hingegen sagt: „Ich bin offen und kreativ, humorvoll, ein Menschenfreund“, dann sehe ich eher eine legere Kombination mit freundlichen Farben vor mir.

Wie geht es weiter?

Wir sprechen auch über Farben. Es gibt eine Farbberatung, aber ohne Tücher umzuhängen. Ich habe mehr als 1.000 Menschen eingekleidet und inzwischen ein gutes Gefühl dafür, welche Farben zum jeweiligen Typ passen. Und ich möchte die Kunden dazu befähigen, selbst zu lernen, wie Farben ihre Ausstrahlung verbessern.

Business-Männer haben hier zwar nicht so ein großes Spektrum wie Frauen, aber auch sie können mit Farbe und Wirkung spielen. Und wenn es nur mit den Accessoires ist: Schuhe, Gürtel, Tasche, Einstecktuch, Schal etc. Da haben es Männer wiederum viel einfacher als Frauen.

Mit einer guten Basisgarderobe können Männer bereits auf einem Top-Level sein.

Ich entwerfe gemeinsam mit dem Kunden ein Basiskonzept, das ebenfalls berücksichtigt, was die Männer bereits im Schrank haben – und was noch fehlt. Und natürlich gebe ich viele persönliche Empfehlungen und erstelle mit ihnen eine „Gesamtgarderobe“, damit ihr Auftritt stimmig ist.

„Am besten war das Speedshopping. Reinkommen, anziehen, kaufen, fertig“ Bernhard P. Unternehmer

Gehen Sie mit Ihren Kunden auch einkaufen?

Ja, natürlich. Ich kennen die Schränke der meisten Kunden gut. Viele lieben es, mit mir regelmäßig shoppen zu gehen. Ich bereite das Personal Shopping in der Regel vor, gehe in bestimmte Geschäfte, stelle den Männern die Kleidung zusammen und dann brauchen sie nur diese anzuprobieren. Dadurch ist das Shopping effektiv, schnell und spart Geld und Zeit. Und das lieben Männer. Die meisten Kunden shoppen zweimal im Jahr mit mir, im Frühjahr und im Herbst. Stammkunden schicke ich auch gern mal Links zu guten Online-Shop-Angeboten. Auch wenn es bestimmte Kleidung nicht im stationären Handel gibt, shoppe ich online. Und ich biete mittlerweile auch Online-Stilberatung.

Der Unterscheid zum betreuten Einkaufen im Netz ist der, dass ich ihnen einen persönlichen Look aussuche, der nicht so durchschnittlich ist wie bei den Onlineplattformen, die 70% der Männer die gleiche Kleidung nach Hause schicken.

Wie macht sich dieses Investment für die Karriere bezahlt?

Eine Stilberatung ist wie eine Art Mini-Ausbildung in der Modewelt. Das ist nichts für ein paar Wochen oder Monate, sondern Knowhow fürs Leben. Männer lernen, was für ihren Typ und ihre Figur geeignet ist, was ihnen steht und wovon sie lieber die Finger lassen sollten. Und natürlich auch, was sie nach vorne bringt und erfolgreich auftreten läßt. Die meisten entwickeln richtig Spaß dabei, sich gut anzuziehen.

Mit Blick auf die Mode 2018/2019: Was sind die spannendsten Trends, die man(n) in seine Garderobe aufnehmen sollte?

Für meine Kunden ist wichtig, dass sie das tragen, was ihnen steht und ihren eigenen Stil unterstützt. Aber natürlich kann und sollte man aktuelle Trends miteinfließen lassen. Zum Beispiel die neuen Nadelstreifen-Anzüge. Sie sind ein starkes Statement und erinnern ein wenig an die Wallstreet Zeiten in den 80er Jahren.

Und ich würde den Trend kräftige Farben empfehlen, mal einen Pulli in Orangerot oder Petrol, da kommt einiges an Möglichkeiten auf uns zu.

Modernität im Outfit ist auch Zeitgeist und vermittelt, dass ein Mensch am Puls der Zeit ist und mitbekommt, wie sich die Welt bewegt.

Lange Mäntel sind wieder da, die besonders für größere Männer gut geeignet sind. Große Karos sieht man viel, die auf Jacken und Mänteln einen interessanten Look machen.

Auch ein cooles graubraunes Tweed-Sakko im Herbst kann man mit vielen Chinos und Hemden oder Rolli kombinieren. Es funktioniert immer und inzwischen gibt es so viele tolle Modelle aus elastischen Materialien, die mit ihren aufgesetzten Taschen echt praktisch und bequem sind. Wobei wir doch beim perfekten Produkt für den deutschen Mann wären…. ; )

Vielen Dank für das Interview an Jörg Oberwittler.

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Foto: Unsplash



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